Peter Kalinowski

Institutsgründer

peter.kalinowski@iifg.de

Peter

Peter Kalinowski studierte Philosophie, Soziologie, Politologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft in Freiburg und Hagen. Ausgehend von der Kunstpraxis – er war jahrelang als Künstler, Initiator von Künstlergruppen und Galerist tätig – setzt er sich intensiv mit der philosophischen Frage nach dem >Wesen der Kunst< auseinander. Sein besonderes Interesse gilt der Bewegungskunst als Leitfaden für das Verständnis des Prozesscharakters des Künstlerischen überhaupt. Auch hier verfügt er über langjährige Praxiserfahrung, die er in vielschichtiger Entwicklungsarbeit zwischen Theorie und Praxis in das Konzept Körperpräsenz® umgesetzt hat, das als Grammatik unserer Körperbewegung die Strukturen für eine Dialektik der Körperenergie freilegt. Kalinowski geht hinter das im Sport vorherrschende technisch-instrumentelle Verständnis unserer menschlichen Körperbewegung zurück, um über die Freilegung einer anderen Intentionalstruktur, nämlich der des Künstlerischen, den inneren Charakter authentischen Bewegens und Handelns aufzuweisen, der eben jede konkrete Ausprägung ursprünglich künstlerischer Handlung durchwirkt und schließlich in seinem Gedanken des Menschenmöglichen als Gegenmodell zur Allianz von homo faber und homo consumare kulminiert.

Seine sozialphilosophischen Studien – auch jene, die sich mit dem Phänomen Kunst gerade in einem die Werkästhetik übersteigenden Sinne befassen, entfaltet er paradigmatisch entlang einer inneren Ästhetik der Körperbewegung. Auch das, was er „Kunstphilosophie“ nennt, geht entsprechend auf die Einbettung der Sinnlichkeit in einer umfassenden Körpererfahrung zurück und mündet schließlich in der Einsicht in die Prozessstruktur der Körperbewegung im Übergangsfeld von Kognition, Emotion, Willen und Bewegungsaktion. Seine Untersuchungen zur Intentionalstruktur der Körperbewegung des Menschen und zur Willensqualität von Handlung und Bewegung beziehen sich also direkt auf jene inneren Prozesse, die unsere Stellung als leibhafte Menschenwesen in der Welt be- und durchstimmen.

Ein solcher Ansatz der Philosophie des Körpers und der Bewegung ist also nicht bloß schöngeistige Kosmetik, die neben den jeweils „eigentlich“ drängenden Anliegen betrieben wird, sondern trägt immer schon die Forderung nach praktischer Vergewisserung und engem interdisziplinärem Austausch in sich. Das von ihm initiierte Projekt „Gewaltprävention an Schulen“, aus dem inzwischen das Interdisziplinäre Institut für Gewaltprävention (IIfG) hervorgegangen ist, versteht sich als Konkretisierung seines Denkansatzes im Hinblick auf ein drängendes gesellschaftliches Anliegen und ist hier ebenfalls fächerübergreifend ausgerichtet, indem eine enge Verknüpfung von Anliegen des Ethik- und Sozialkundeunterrichts mit dem Schulsport im Zusammenhang mit Gewaltprävention als unerlässlich angesehen wird, um intellektuelle Einsicht körperlich erfahrbar zu machen. Damit wird das, was seit Körperpräsenz Leibhafte Vernunft heißt zum wesentlichen Ansatzpunkt für eine Besinnung auf einen um Leib und Emotionalität erweiterten Bildungsbegriff in unserer Gesellschaft. Auf dieser Basis sind dann nicht nur effektivere Maßnahmen der individuellen Gewaltprävention möglich, vielmehr wird dadurch zugleich mitmenschliche Solidarität und darauf begründete Zivilcourage durch Rückbindung an die eigene Leiblichkeit tief verwurzelt und so auf einer grundsätzlichen Ebene gestärkt, was in Kalinowskis Diktum von einer Inkorporierten Moralität zum Tragen kommt.

Weitere Informationen zur Vita von Peter Kalinowski und seinen Universitätsveranstaltungen auf der Homepage des Instituts für Soziologie